Hilfe bei Konflikten

Was tun wenn’s kracht?


Kleinere Auseinandersetzungen gehören zum Alltag in jedem Betrieb. Das gilt auch für Differenzen mit Lehrlingen. Wichtig ist es, solche „Reibereien“ nicht zu größeren Konflikten eskalieren zu lassen. Denn ein Ausbildungsabbruch ist eine Tragödie für Lehrling und den ausbildenden Betrieb. 24 Prozent aller Ausbildungsverträge werden vorzeitig gelöst, Die Gründe sind meist betriebsinterne Konflikte, falsche Berufsvorstellungen oder private Probleme.
In dieser Rubrik wollen wir Ihnen ein paar Tipps im Umgang mit Lehrlingen und zur Konliktlösung geben. Umfangreichere Informationen zu diesem Thema finden Sie in dem Leitfaden Konfliktlösung in der Ausbildung.
Für eine weitergehende Beratung wenden Sie sich an die Ausbildungsberatung Ihrer Handwerkskammer.

Wenn es gerade ein bisschen Knatsch im Betrieb gibt, lesen Sie sich doch die nachfolgenden Tipps durch. Unsere „Sofortmaßnahmen bei Auseinandersetzungen mit Ihrem Lehrling“ helfen Ihnen, wenn es gerade akut brennt. „Die 10. goldenen Regeln für den Umgang mit Lehrlingen“ sollen Sie dabei unterstützen, den Umgang mit Ihrem Lehrling von Anfang an entspannter zu gestalten.

Hier können Sie sich etwas detaillierter über Strategien zur Konfliktlösung informieren.

Sofortmaßnahmen bei Auseinandersetzungen mit Ihrem Lehrling
  1. Bleiben Sie sachlich. Sprechen Sie das spezielle Verhalten an.
    Nicht der Lehrling als Person ist das Problem.

  2. Bei Schwierigkeiten in der Schule sollten Sie gleich mit Lehrer und Eltern sprechen. Erkundigen Sie sich nach Stützunterricht in der Berufsschule.

  3. Bei anhaltenden Leistungsproblemen im Betrieb setzen Sie sich am Besten möglichst frühzeitig mit Lehrer und Eltern in Verbindung. Gezielte Übungsaufgaben des Ausbilders wirken hier oft Wunder.

  4. Viele Konflikte entstehen wegen unklar vermittelten Regeln. Der Ausbilder sollte diese in einem persönlichen Gespräch mit dem Lehrling nochmals deutlich erklären.

  5. Überlegen Sie, ob Sie bei dem beginnenden Konflikt nicht auch eine Teilschuld tragen. Schlagen Sie dann eine für beide Seiten optimale Lösung vor.

Bitte beachten Sie: Maßnahmen wie Abmahnung oder Kündigung sind keine Lösungen, sondern nur Notausstiege, wenn Sie sonst alles versucht haben.

Die 10 goldenen Regeln für den Umgang mit Lehrlingen

Sie sollten Ihren Lehrling ...

  1. ... schon während der Schulzeit in den Betrieb hineinschnuppern lassen. Arbeiten Sie mit den Lehrern und der Berufsberatung zusammen.

  2. ... beim Bewerbungsgespräch gut vorbereitet empfangen. Überzeugen Sie ihn, dass eine Handwerksausbildung interessantere Perspektiven bietet als eine Karriere bei einem Industrie- oder Handelsunternehmen.

  3. ... bei dieser Gelegenheit, über sich selbst erzählen lassen, um etwas über seine Person zu erfahren. Was sind seine Hobbies und Interessen. Wie sind seine familiären Verhältnisse?

  4. ... spüren lassen, dass Sie selbst die Wahl Ihres Handwerks nie bereut haben.

  5. ... wie einen guten Freund in Ihren Betrieb aufnehmen, ihn als eigenständige Person achten und jederzeit fair zu ihm sein.

  6. ...  gezielt auf seine Zukunft hin ausbilden und deswegen den Ablauf im betrieblichen Ausbildungsplan sorgfältig festlegen.

  7. ... versierten Kollegen anvertrauen und allen Mitarbeitern klar machen, dass sie Partner des Lehrlings sind.

  8. ... wissen lassen, dass Sie seine Meinung und Ansichten interessieren.

  9. ... öfter mal loben, damit er sich bei Ihnen wohl fühlt und motiviert alle gestellten Aufgaben angeht

  10. ... ab und zu fragen, ob er sich in Ihrem Betrieb wohl fühlt. So können Sie mögliche Konflikte schon früh erkennen und ohne großen Einsatz an Zeit und Nerven lösen.