Karrierechancen

Karriere im Handwerk – Zukunftsperspektiven für den Berufsstart

Lieber schrauben, anpassen, streichen...

Daniel, 17, lernt Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik.
Petra, 16, lernt Augenoptikerin – zwei von über 90 gewerblich-technischen Ausbildungsberufen im Handwerk.
Danach geht's weiter mit der Karriere. Wenn die beiden wollen, bis zum/zur Unternehmer/in oder bis zum/zur Betriebsleiter/in.

...oder beraten, telefonieren und organisieren?

Sabine, 16, lernt Bürokauffrau. Martin, auch 16, lernt Automobilkaufmann – denn auch kaufmännische Ausbildungsberufe gibt's im Handwerk.
Sabine und Martin wollen ebenfalls Karriere machen, vielleicht sogar studieren – auch das geht im Handwerk!

Schulabgänger

Egal, ob du von der Hauptschule, der Realschule oder dem Gymnasium kommst: Im Handwerk stehen dir alle Möglichkeiten offen – bis zum Studium oder zum eigenen Chef. Aus unseren mehr als 100 handwerklichen Ausbildungsberufen kannst du wählen, ob du einen gewerblich-technischen Beruf (z. B. Tischler/in, Zimmerer/in, Kfz-Mechatroniker/in, Friseur/in etc.) oder einen kaufmännischen Beruf (Automobilkaufmann/-kauffrau, Fachverkäufer/in im Nahrungsmittelhandwerk, etc.) lernen willst.

Tipp Schülerpraktikum

Nutze die Chance! Im Schülerpraktikum kannst du das Berufsleben einfach mal testen. Du merkst, wo deine Stärken liegen und ob dir ein Beruf Spaß macht oder nicht. Du weißt schon vor Ausbildungsstart, was du machen willst und verbesserst gleichzeitig deine Chancen auf eine Lehrstelle.

Berufsausbildung

Hier startet deine Karriere. In der Ausbildung lernst du alle wichtigen Grundlagen in deinem Wunschberuf. Die dazugehörige Theorie bekommst du in der Berufsschule. In der Regel endet deine Ausbildung nach drei Jahren mit einer Abschlussprüfung. Ab jetzt bist du vollwertiges Mitglied in deinem Betrieb und dir stehen alle Möglichkeiten für deine weitere Karriere im Handwerk offen.

Gewerblich-technische Fort- und Weiterbildung

Wie bleibt man körperlich fit? Indem man regelmäßig trainiert. So ist es auch im Beruf. Was man einmal gelernt hat, muss man auch nach der Ausbildung auf dem aktuellen Stand halten. Die Handwerkskammer in deiner Region bietet die notwendigen Fachkurse an, mit denen du z. B. im Computer-Bereich oder im technischen Bereich fit bleibst.

Kaufmännische Fort- und Weiterbildung

Du willst Abwechslung? Kundenaufträge koordinieren oder Abrechnungen erstellen? Vielleicht Werbung machen für die Produkte, die dein Betrieb produziert? Für eine Aufgabe zwischen Büro und handwerklicher Tätigkeit gibt es ebenfalls viele Möglichkeiten in modernen Betrieben. Im Kundenservice zum Beispiel. Ein tolles Karriere-Sprungbrett ist z. B. der/die Fachwirt/in oder der/die Management-Assistent/in, mit dessen Abschluss du den Teil III der Meisterprüfung in der Tasche hast und auch die Zulassung zum/zur staatlich anerkannten Betriebswirt/in. Je nach Beruf kannst du nach deiner Lehre z. B. auch den Betriebswirt des Handwerks machen und einfach das Studium zum Bachelor dranhängen. Und sparst dir nebenbei das Abitur!

Meister

Du willst dein eigener Chef sein? Verantwortlich sein für andere Mitarbeiter oder selber Lehrlinge ausbilden? Dann ist der Meister genau das Richtige für dich. Bei der Meistervorbereitung machst du dich fit – in allen wichtigen Bereichen des Betriebs. Als Meister darfst du einen eigenen Betrieb führen und Lehrlinge selbst ausbilden.

Studium

Studieren nach einer Handwerksausbildung? Trotz oder viel besser gerade mit einer Berufsausbildung ist ein Studium an der Universität oder auch an der Fachhochschule möglich und sinnvoll. Weitere Informationen dazu findest du in der Rubrik Power-Chancen.

Unternehmer

Einen Betrieb selbstständig führen? Nach Ausbildung, Weiterbildungskursen und/oder Meisterprüfung machst du dich fit für deine Karriere als Chef und Unternehmer. Deine Handwerkskammer hilft dir sogar, wenn du einen bestehenden Betrieb übernehmen oder einen neuen Betrieb aufbauen willst.

Sondermodelle

Hauptschule: Das 9 + 3 Modell

Als Hauptschüler kannst du mit einer Berufsausbildung im Handwerk gleichzeitig den sogenannten mittleren Bildungsabschluss (Realschul-Niveau) auf zwei Wegen erreichen:

1. Dieser Weg geht in ganz Deutschland:Mit abgeschlossener Berufsausbildung (bestandene Gesellenprüfung und Notendurchschnitt des Berufsschulabschlusszeugnisses 3,0 oder besser) und mindestens fünf Jahre Fremdsprachenunterricht.

2. Dieser Weg geht nur in Baden-Württemberg:Mit einem Gesamtnotendurchschnitt in den Abschlusszeugnissen von Hauptschule, Berufsschule und der Note in der Handwerkskammerprüfung von 2,5 oder besser.

In beiden Fällen kannst du anschließend auch eine Berufsoberschule (Wirtschaftsgymnasium, Technisches Gymnasium) besuchen und das Fachabitur (fachgebundene Hochschulreife) machen.

Realschule: Duales Berufskolleg

Wenn du einen mittleren Bildungsabschluss in der Tasche hast, kannst du mit einem Zusatzunterricht parallel zur Berufsausbildung die Fachhochschulreife erwerben.

Das Berufskolleg als Karriere-Ticket

Ausbildung auf der Überholspur: Das duale Berufskolleg für Realschüler verkürzt zum einen die Ausbildungszeit, zum anderen erwirbt man neben dem Gesellenbrief durch einen Zusatzunterricht die Fachhochschulreife.

Gymnasium: Das MIH-Modell: 3 in 1

Berufsabschluss + Management-Assistent + Sprachzertifikat:
Wenn du das „Abi“ (Hochschulreife/ Fachhochschulreife) schon in der Tasche hast, kannst du parallel zur Lehre eine Managementausbildung absolvieren. Anstelle anderer Fächer kommen in der Berufsschule dann z. B. „Management im Handwerksunternehmen“, „Technisches- und Wirtschafts-Englisch“ und Computeranwendung dazu. Deine Lehrzeit wird dann zwar nicht verkürzt, aber am Ende der Ausbildung hast du gleich drei Qualifikationen – Berufsabschluss, Management-Assistent/in und europaweit anerkanntes Sprachzertifikat. Weitere Möglichkeiten mit dem MIH: Anerkennung als Teil III der Meisterprüfung, Berechtigung zum Studiengang Betriebswirt des Handwerks, verkürztes Studium des Economic Bachelor of Business Administration.

 

Okay, das sind jetzt natürlich ein Haufen Infos. Aber kein Stress: Die Ausbildungsberater deiner Kammer unterstützen dich bei der Suche nach deinem Karriereweg.