
Guter Verdienst und ein sicherer Arbeitsplatz sind oft Gründe, warum sich junge Leute für ein Hochschulstudium entscheiden. Dabei wird oft übersehen, dass dies auch auf Meister und Techniker zutrifft. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (iwd) zeigt, dass nicht nur Hochschulabsolventen gefragt sind und von Arbeitslosigkeit weitgehend verschont bleiben. In Sachen Bildungsrendite und Arbeitsplatzsicherheit schneiden Meister und Techniker sogar besser ab als Akademiker.
Risikogesichtspunkte sprechen eindeutig für eine Karriere im Handwerk: Die Kluft zwischen Gering- und Gutverdienern ist deutlich niedriger als bei Hochschulabsolventen und die Arbeitslosenquoten lagen im Jahr 2008 mit 2,9 Prozent bei den Männern und 3,7 Prozent bei den Frauen unter denen der Akademiker (3,0 Prozent) und Akademikerinnen (4,0 Prozent). Das Handwerk bietet aber auch eine große Chance zur beruflichen Unabhängigkeit: Laut Berechnungen des Baden-Württembergischen Handwerkstags (BWHT) werden in Baden-Württemberg jährlich rund 3.700 Meister benötigt, die einen Handwerksbetrieb übernehmen oder gründen ‒ und dies bei nur etwa 1.700 Neu-Meistern pro Jahr. Neben den Möglichkeiten zu Nachfolge oder Gründung stehen ebenso viele attraktive Führungspositionen offen. Ein akademischer Karriereweg ist somit nicht immer die sichere oder bessere Lösung, auch die Karriere im dualen System bietet einige nicht zu übersehende Vorzüge.


