Weinregale statt Luxusyachten: Als Azubi ins Ausland mit dem Austauschprogramm „Xchange“

Andere Länder, andere Sitten – und anderes Schreinern. Im Rahmen des Austauschprogramms „Xchange“ konnte die Stuttgarter Auszubildende Franziska Rieger in einem österreichischen Schreinerbetrieb vier Wochen lang ganz neue Erfahrungen sammeln: Anstatt edle Innenausbauten für Yachten zu schreinern, wie sie es in ihrem Stuttgarter Unternehmen tat, fertigte Franziska Rieger bei ihrem vierwöchigen Aufenthalt im Vorarlberg rustikale Eckbänke, Schränke und Weinregale an. Dabei hat die damals 23-Jährige viel über die Arbeit im Nachbarland gelernt. „Während wir für die Innenausbauten für Yachten moderne und leichte Materialien verwenden, bearbeiten die österreichischen Kollegen ihre heimischen Massivhölzer mit ganz klassischen Werkzeugen“, erzählt Rieger. „Dabei legen die Österreicher viel Wert auf ökologisches Arbeiten. Das hat mir sehr gut gefallen.“

Auch Franziska Riegers Chef Alfred Kiess, Inhaber der Schreinerei Kiess in Stuttgart, ist von den Auslandserfahrungen seines Azubis angetan. Er legt besonderen Wert darauf, dass seine Lehrlinge lernen, offen auf andere Menschen zuzugehen und rasch Kontakte zu knüpfen. „Nach einem solchen Auslandsaufenthalt kommen die jungen Leute immer sehr motiviert zurück“, berichtet Kiess. „Viele können sich danach eher vorstellen, auf Montage ins Ausland zu gehen. Das ist für uns als global tätiges Unternehmen sehr wichtig.“

Das Austauschprogramm „Xchange“ richtet sich an Lehrlinge aus Bayern und Baden-Württemberg.
Dabei absolvieren die Azubis ein vierwöchiges Praktikum in Italien, Liechtenstein, Österreich oder der Schweiz. Im Gegenzug nimmt der heimische Betrieb in dieser Zeit einen Azubi der Austauschfirma auf. Teilnehmen können Lehrlinge und Auszubildende aller anerkannten Ausbildungsberufe. Das erste Lehrjahr sollte aber in jedem Fall abgeschlossen sein.

Interessierten Azubis hilft „Xchange“ bei der Suche nach einer geeigneten Firma sowie bei der Organisation und der Finanzierung. Weitere Informationen zu diesem und anderen Austauschprogrammen bekommen Lehrlinge bei den Ansprechpartnern der baden-württembergischen Handwerkskammern, den http://www.mobilitaetscoach.de/Mobilitätsberatern der Industrie- und Handelskammern und den Handwerkskammern unter www.xchange-info.net sowie unter www.goforeurope.de.

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